Hanfwäscher

Gründungsgeschichte

 

Um 1600 wurde auf Geheiß des Herzogs Friedrich I. auf den Fildern Hanf und Flachs angebaut. Damals sah man zuweilen noch den blau blühenden Flachs zum Trocknen in Reihen ausgebreitet liegen. Und was tat der "Hanfwäscher"? Des Nachts und unbemerkt machte er den zum Trocknen ausgebreiteten Hanf mit Wasser des Klingenbächles nass - sehr zum Verdruss der Dorfbewohner. Noch schlimmer trieb er es an der Himmelfahrtsklinge. Sie schnitt sich gleich nach der sogenannten "Eselsbrücke" tief und steil ein Stück weit dicht dem Ruiter Fußweg entlang ein. Nun arbeiteten im letzten Jahrhundert eine Anzahl Frauen und Männer aus Kemnat im Neckartal in der Württembergischen Baumwollspinnerei und Weberei Brühl, der sogenannten "Sockete".

 

Man ging von Kemnat aus täglich zu Fuß und traf sich in Ruit mit den dort wohnenden Brühlarbeitern bzw. Brühlarbeiterinnen. Man erzählt, dass es damals "Essensfrauen" gab, die um elf Uhr in Kemnat losgingen, um das Mittagessen, das sie in Körben auf dem Kopf transportierten, auf den Brühl zu bringen. Wenn dann der ersehnte Zahltag war, kam es vor, dass man sich in Ruit nicht gleich trennen wollte und gemeinsam der Lebensfreude Ausdruck gab. Für die Leute blieb dies nicht immer ohne Folgen. Beim mühselig gewordenen Heimweg kam man merkwürdigerweise und ausgerechnet bei der "Himmelfahrtsklinge" ins Schwanken. Was geschah? Der Hanfwäscher tauchte auf - von hinten! Er stieß diesen und jenen fast braven Brühlarbeiter hinunter in das Klingenbächle!

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