Gründungsgeschichte
Diesemer
Der Diesemer ist eine alte, schon 1843 von dem hochangesehenen Oberamtsarzt und Botaniker
Dr. Steudel , erwähnte Benennung der damaligen Nellinger Bevölkerung.
Diese Bezeichnung wird und wurde vermeintlich als Schimpfwort angesehen, was jedoch nicht
der Tatsache entsprach. Vielmehr beschreibt sie die damalige Nellinger Bevölkerung und deren
Ansehen zu dieser Zeit, die sich in ihrem Ehrgefühl und Sinn für Ordnung und Schicklichkeit
wiederspiegelt.
Begab man sich damals als Außenstehender in den Ort, fiel einem der gute Zustand
der Häuser und Straßen und die kenntnisreich angebauten Felder sofort ins Auge, welches
dem großen Fleiß den Nellingern zugesprochen wurde. Angenehm berührt war die überall
anzutreffende Ordnung und Reinlichkeit, sowie die ruhige, gemessene Art der Menschen unter
sich und im Umgang mit anderen.
Vielleicht war es gerade diese Art, die den Nellingern in den benachbarten Dörfern den
Beinamen der “Diesemer“, der Stillen und Hehlingen eintrug, ohne dass sich die Uzenden
darüber bewusst waren, damit ihren Nachbarn ein Lob auszusprechen.
Bei- und Übernamen entstehen ja nicht von heut auf morgen sondern sind meist alter Herkunft,
wo nicht gerade ein ganz besonderer Vorfall dazu Anlass gab.
Bei den Nellingern nehmen wir das erstere an und kommen der Sache, den Diesemern - den "Stillen",
damit wohl auf den Grund.
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Die Tracht
Schwarze Lederhose die bis über die Knie in hohen Stiefeln steckt. Dazu eine schwarzsamtene
Weste mit silbernen Knöpfen und reichem Uhrgehänge sowie eine blaue Jacke, eine weiße
Halsbinde zum selbstgesponnenen und gewobenen Hemd. Zum Sonntagskirchgang der lange blaue Tuchrock
und der gewichtige Dreispitz der zum geselligen Ausgang durch das zierliche Ottermützchen
ausgetauscht wurde.
Bezugnehmend: Heimatbuch von Nellingen a. F. Ausgabe 1948
Herausgegeben von Dr. Otto Schuster, Pfarrer in Nellingen
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